Wie ein Flohmarkt der Gemeinde in Floridsdorf aus drei Jahrzehnten Stadtgeschichte erzählt

Stadtleben | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Reportage: Joseph Gepp

Die Mühlen der Verwaltung mahlen weit draußen, in Floridsdorf, gleich hinter der Großfeldsiedlung, der Wind pfeift zwischen Plattenbauten und gelbverputzten Sporthallen. Dort, in einer unscheinbaren Lagerhalle, verkauft die Magistratsabteilung 54 („Zentraler Einkauf“) die ausgemusterten Büromöbel der Gemeinde Wien.

Ganzjährig stehe der „Gebrauchtwarenabverkauf“ Interessierten offen, erklärt der Lagerverwalter in blauer Uniform. Nicht nur vor Weihnachten und Ostern, auch wenn die Kronen Zeitung das regelmäßig vor Weihnachten und Ostern behaupten würde.

Wer die Halle betritt, sieht sie geradezu vor sich, die Tage und Tage voll mit mehr oder weniger interessanten Tätigkeiten im Büro, die linoleumbelegten Gangfluchten, die uniformen Arbeitsplätze, die jeder städtische Beamte für sich ein bisschen individuell zu gestalten versucht.

Hier stehen die Zeugen von drei Jahrzehnten Verwaltungsgeschichte: Schreibtische, metallene Aktenkästen, Garderobenhalter,

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