Wehe, wenn ich mich erinnere!

Steiermark | aus FALTER 49/08 vom 03.12.2008

Tara kümmert sich mit immer knapperen Mitteln um Opfer sexueller Gewalt

Porträt: Julia Well

Auf einmal ist alles wieder da: Hatte sie geschlafen und was hatte sie aufgeweckt? Sie hat das Gefühl, das Verdrängte würde sie überrollen. Alles ist wieder genauso real wie damals, vor 25 Jahren, als der Onkel noch lebte. Jeden zweiten Samstag spielte er den Babysitter, doch nach Mitternacht schlich er sich zu ihr ins Bett. Die Eltern hätten nie etwas gemerkt, sagen sie. Und sie, nennen wir sie Eva, droht nun innerlich zu ersticken. Ihr Mann hatte doch in der Früh auch diesen Ausdruck im Gesicht, als er die Hand gegen sie erhob. Dieser Blick rief ihr die schmerzhaften Ereignisse ihrer Jugendzeit wieder ins Gedächtnis. Nach 25 Jahren. Und plötzlich hört alles, was dazwischenlag, auf zu existieren.

Die Mitarbeiterinnen des Vereins Tara kennen viele solcher Geschichten. Die Frauen, die bei ihnen anrufen, haben den wichtigsten Schritt schon getan und sich Hilfe geholt. Tara berät und betreut


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