Kritik

Hitchcock auf der Bühne: „Die 39 Stufen“

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Den englischen Gentleman Richard Hannay umspielt die Aura des Geheimnisvollen; aber auch detektivischer Spürsinn vom Format eines Nick Knatterton scheint ihm angeboren. Er sitzt in seiner Londoner Wohnung und wartet auf ein Abenteuer, das sich in Form einer von Mördern gejagten schönen Frau auch alsbald einstellt. Der Name Alfred Hitchcock, von dem die berühmteste Verfilmung des Agentenstoffs „Die 39 Stufen“ stammt, sowie Zitate aus dessen Filmen prägen auch Patrick Barlows Bühnenadaption, bei der die Lösung des Geheimnisses nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die österreichische Erstaufführung in der Scala ist geprägt von schnellen Orts- und Rollenwechseln und pointiertem, etwas abgehacktem Überagieren. Marcus Gansers Inszenierung schwächelt dann auch ein wenig, wenn das Tempo in der zweiten Hälfte zu erlahmen droht. Im Finale aber laufen die vier Akteure Wolfgang Lesky, Melanie Waldbauer, Leopold Selinger und Bernie Feit noch einmal zu Höchstform auf.

Scala, Fr, Sa, Di, Mi, Do 19.45 (bis 20.12.)


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