Neu im Kino

Ouaga Saga, Feelgood-Kino aus Burkina Faso

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Im Kino läuft „Rio Bravo“, auf der Straße spricht ein Esel, und hungrige Jugendliche pflücken ihre Mahlzeiten einfach von den vorbeifahrenden Karren und Lastwägen herunter: In Dani Kouyatés 2004 fertiggestellter Komödie „Ouaga Saga“ ist Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadogou ein Film-Wunderland voll quietschender Soundeffekte auf der Tonspur und digitalem Goldstaub im Bild. Die folgerichtig märchenhafte Handlung: Ein paar Jugendliche stehlen ein Motorrad und verkaufen es weiter, werden fast erwischt und schließlich stinkreich. Gern würde man den inspirierten Unfug zum selbstbestimmten, heiteren Ausdruck afrikanischer Alltagsbewältigung erklären. Aber dazu bedient der Film mit seiner traditionell eingefärbten Popmusik, seinen resoluten Mamas und athletischen Schlawinern ein wenig zu bereitwillig europäische Fantasien von afrikanischer Lebenslust und Vitalität. Trotzdem: flinkes, schön zerzaustes Feelgood-Kino.

Ab Fr im Schikaneder (OmU)


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