Am Apparat

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Politik | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Kann sich der Kanzler keine Möbel leisten, Herr Matzka ?

Alles wird anders, das will der neue Kanzler Werner Faymann signalisieren. Der Kronen Zeitung und Österreich verriet er, dass er Alfred Gusenbauers Interieur verkaufen und auf einem ganz billigen („nur 600 Euro!“) Bene-Schreibtisch aus dem Verkehrsministerium arbeiten werde. Wir haben beim Präsidialchef des Bundeskanzleramts, Manfred Matzka, nachgefragt, der unter anderem für Einrichtungsfragen zuständig ist.

Herr Matzka, unter Kanzler Faymann heißt es offenbar Resopal statt Prunk. Hat das Kanzleramt keine schönen Schreibtische über?

Wir haben schon einige, aber letztlich gehören eh alle Schreibtische dem Bund. Man kann natürlich Möbel von einem Ressort zum anderen mitnehmen. Das ist selten, aber möglich.

Was passiert mit Alfred Gusenbauers angeblich teuren Möbeln und Bildern? Werden Sie tatsächlich verkauft?

Das ist ein Blödsinn. Sie gehören dem Bund, und wir verkaufen sie nicht. Wenn Möbel nicht mehr benutzt werden, gehen sie ins Depot oder jemand anderer übernimmt sie.

Das heißt, Gusenbauers massiver, moderner Holztisch verstaubt jetzt?

Das glaube ich nicht. Es gibt Inte-ressenten.

Wen?

Das kann ich noch nicht sagen.

Wolfgang Schüssel?

Nein.

Ein anderer Minister?

Nach meinem Dafürhalten dürften alle Regierungsmitglieder bereits eingerichtet sein.

Welche Schätze lagern in Ihrem Depot?

Wir haben einen ziemlich großen Bestand an historischen Stilmöbeln und auch einen eigenen Fundus an Bildern, allerdings sind das ...

… eher alte Schinken?

Das traue ich mich nicht zu sagen, nennen wir es Ölgemälde. Wenn moderne Kunst gefragt ist, leiht man sie sich aus der Artothek des Bundes oder bittet Museen um Dauerleihgaben.

Hat Herr Faymann schon ausgesucht?

Noch hängt kein Bild in seinem Büro.

Interview: Barbara Tóth


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