Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Alte Leute im Unterhaltungsfernsehen, ein ganz eigenes Kapitel. Sie sind die herzigen ondulierten Omas, die alle wunderbar einkochen, oder die geduldigen Opas im Strickpullunder, die den Enkerln Märchen vorlesen. Dumme Klischees. Nur Arthur ist anders. Er ist mühsam, gemein, egomanisch, grauslich und leidet an zwanghaften Obsessionen – auch sexueller Natur. Arthur ist irgendwas Mitte 70 und der eigentliche Held der US-Serie „King of Queens“ (ATV, Mo–Fr 17.55 Uhr). Denn der Opa, großartig gespielt von Jerry Stiller, Vater der ebenfalls begabten Spaßkanone Ben Stiller, ist der Inbegiff des dirty, grumpy old man, der in der glatten Serienwelt nicht vorkommen darf. Arthur wohnt im Haus seiner Kinder und terrorisiert Tochter Carrie und Schwiegersohn Dough schon durch seine dauernde Präsenz und sein dramatisches Herumgefuchtel. Dabei ist er aber nicht nur ein altes Stinktier, sondern auch der liebevolle, ja manchmal sogar abgeklärte Dad, der alles für seine Carrie tun würde. Ein erfrischender Opa – gerade weil er so real ist.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige