Ursula Bogners avantgardistische Elektronik aus dem Einfamilienhaus: eine posthume Entdeckung

Feuilleton | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Plattenkritik: Sebastian Fasthuber

Hausmusik ist ein seltener Brauch geworden. Jeder drängt mit seiner Darbietung auf die Bühnen oder buhlt im Internet um Aufmerksamkeit, sodass es ungewöhnlich wirkt, wenn eine Musikerin erst posthum entdeckt wird.

Genau das ist aber der deutschen Klingklang-Heimwerkerin Ursula Bogner (1946–1994) passiert, einer Pharmazeutin, Ehefrau und Mutter, die in ihrer Freizeit mit Synthesizern herumspielte, ohne dass sie jemals ein Publikum für ihre Experimente gesucht hätte.

Entdeckt hat ihre Musik der Berliner Elektronikproduzent Jan Jelinek, der unter Pseudonymen wie Farben in der Laptopszene seit zehn Jahren an vorderster Front mitmischt.

Auf einem Flug hat er Ursula Bogners Sohn kennen gelernt, übers „Und was machen Sie so beruflich?“-Spiel kam man auf die Vorliebe der Mutter zu sprechen. Schließlich hat Sebastian Bogner Jelinek deren Aufnahmen überlassen.

Erstaunlicherweise stammt das früheste auf der CD vertretene Stück „Pulsation“ bereits aus


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