J.M.G. Le Clézio vor und nach dem Fieber

Feuilleton | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Den hierzulande weitgehend unbekannten Literaturnobelpreisträger gibt es in Wirklichkeit gleich doppelt

Werkporträt: Leopold Federmair

Es gibt nicht einen Jean-Marie Gustave Le Clézio, es gibt deren zwei. Das sollte man als Tatsache anerkennen, bevor man sich über das Werk des südfranzösisch-bretonisch-afrikanisch-indianischen Autors äußert. In der Mitte seines Werdegangs, soweit sich dieser heute überblicken lässt, steht ein Hautwechsel, der einem starken, jahrelang drängenden Bedürfnis, „in eine neue Haut zu schlüpfen“, entsprach.

Das Zitat stammt aus dem autobiografischen, in seinen zahllosen Details aber auch sehr erfinderischen Roman „Revolutionen“ (2003). Der Held, Jean Marro (man hört den Anklang an den Namen des Autors), vollzieht diesen Wechsel in der Stadt Mexiko. Dies entspricht, wenigstens annähernd, den realen Erfahrungen, die Le Clézio in Mexiko gemacht hatte, vor allem aber beim Stamm der Emberas in einem entlegenen Gebiet Panamas, wo er sich zwischen

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