Nüchtern betrachtet

Brühe gewordene Menschenfreundlichkeit

Feuilleton | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Der Advent ist die stillste Zeit im Jahr. Das stimmt so offenkundig nicht, dass es überhaupt keinen Sinn macht, es zu bestreiten; es sei denn, man gehört jener erstaunlich großen Gruppe von Personen an – Thirtysomethings mit sehr leisem Haarwuchs und sehr lauten Sakkos; Frauen mit Cordlatzhosen und Cello –, die das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen seit Jahrzehnten zur Ausstrahlung von etwas zwingt, was „Satire“ zu nennen man übereingekommen ist. Satire ist aber weitgehend sinnlos, weil man in weitgehend funktionstüchtigen Demokratien wie Deutschland eh alles gradheraus sagen kann (und Satire in Volksempfindungsdiktaturen wie Kärnten auch nicht weiterhelfen würde, weil sie davon ausgeht, dass ihre Adressaten einen Tick intelligenter sind als die Machthaber).

Es tut mir leid, dass ich mich hier in etwas reingeredet habe, denn mir geht es nicht um Satire, auch nicht um Stille,


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