Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Jetzt neu: Aufregen, ganz ohne herumzuschreien

E s gibt Menschen, denen traut man gar nicht zu, dass sie mal laut werden. Zum Beispiel dem Autor dieser Zeilen hier. Aber wenn’s was zum Ärgern gibt, dann ist Lautwerden eine ausgezeichnete Strategie. Rumschreien, Drohungen ausstoßen, untergriffig werden: Das ist sicher alles nicht besonders sympathisch, doch in Maßen eingesetzt, kommt man damit fast immer ans Ziel. Oder man bleibt erst recht ganz mild, weil doch die „stille Zeit“ ist und so. Zum Beispiel, wenn man samstags eingeseift unter der Dusche steht und plötzlich Wiener Hochquellwasser nur noch Hochquellwassertemperatur hat. Weil die Therme hin ist, verdammt! Man ruft beim Installationsnotdienst an, spricht nett auf eine Sprachbox und wartet, während langsam die Wohnung auskühlt, auf einen Rückruf. Montags dann ein zweiter Anlauf: Ja, am Dienstag käme ein Techniker vorbei. Am Mittwoch ist die Therme wieder kaputt (es wurde kalt geduscht!). Ein erneuter Anruf, die Stimme bibbernd, aber sanft. Zwei Stunden später ist ein Teil getauscht. Alles in Ordnung, ganz ohne herumzuschreien. Bitte, geht ja.


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