Fortschritt im Rückwärtsgang

Stadtleben | aus FALTER 50/08 vom 10.12.2008

Tipps für Weihnachten: zwei Bücher über Lichtfiguren des US-Designs

Rezension: Matthias Dusini

Achtundneunzig Prozent der gezeigten Waren seien „entsetzlich in ihrer farblosen Mittelmäßigkeit“, schrieb George Nelson (1908–1986) nach einem Messerundgang. Und weiter: „Die Hälfte ist so empörend schlecht, dass es mich nicht mehr wundert, wenn eine durchschnittliche amerikanische Wohnung zu den geschmacklosesten der Welt gehört.“

Der Designer verkörpert Aufbruch und Höhepunkt der amerikanischen Nachkriegsmoderne. Er entwarf Eigenheimikonen wie die Bank „Slat Bench“, übertrug die Prinzipien von Präfabrikation und Massenfertigung – allerdings mit wenig Erfolg – auf den Häuserbau.

Regale und Stadtplanung, Verpackungsdesign und Ausstellungsarchitektur: Der offene Maßstab bildet den utopischen Kern von Nelsons spartenübergreifender Gestaltungsphilosophie.

Stil ergibt sich von selbst

Für Nelson war Moderne kein Stil, sondern die „Verheißung von Freiheit und Flexibilität“,

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