Kritik

Im „Kaspar Häuser Meer“ hinter den Papierbergen

Lexikon | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Es heißt, Autorin Felicia Zeller könne aus allem lustige Stücke machen. Zellers aktueller Renner auf deutschen Bühnen heißt „Kaspar Häuser Meer“ und befasst sich vordergründig mit dem Thema Kindesmissbrauch – allerdings aus dem Blickwinkel derer, die damit beruflich zu tun haben: Frauen im Jugendamt. Weil’s Zeller ist, ist der Text über weite Strecken tatsächlich sehr komisch. Die österreichische Erstaufführung im Burgtheater-Kasino hat man trotzdem vergeigt: Sozialarbeiterinnen am Rande des Nervenzusammenbruchs, die sich durch Papierberge wühlen oder zwischen Kopierer und Kaffeeautomat pendeln, mehr ist der Regie dazu offenbar nicht eingefallen. Das Publikum reagierte bei der Premiere entsprechend betroffen. Oder gelangweilt? Dabei könnte diese Farce im Sachbearbeiterinnenmilieu wirklich amüsant sein. Burgtheater-Kasino, Fr 20.00


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