Neu im Kino

Melodram: So viele Jahre liebe ich dich

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

In seinem Regiedebüt erzählt Philippe Claudel, bisher nur als Romancier („Die grauen Seelen“) bekannt, die Geschichte von Juliette und Léa, zwei Schwestern, die einander nach Jahren wiedersehen. Juliette saß 15 Jahre im Gefängnis. Léa, die mit ihrem Mann, dem von einem Schlaganfall gezeichneten Schwiegervater und zwei Adoptivkindern in Nancy wohnt, nimmt sie bei sich zu Hause auf, bis sie eine Arbeit und eigene Wohnung gefunden hat.

Juliettes schrittweise Rückkehr ins Leben, ihre Beziehung zu Léa und deren Familie stehen im Zentrum von „So viele Jahre liebe ich dich“ (Original: „Il y a longtemps que je t’aime“) und erlauben dem grandiosen Ensemble, allen voran Kristin Scott Thomas, alle Register zu ziehen. Als sein eigener Dramaturg hingegen beweist Autor-Regisseur Claudel keine glückliche Hand; seine Geheimniskrämerei um Juliette und deren Mord an ihrem sechsjährigen Sohn ist völlig daneben – und die „Lösung“ ein Musterbeispiel dafür, wie man Filme eben nicht machen sollte.

Derzeit in den Kinos (OmU im Filmcasino)


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