Kritik

„Man muss eine Sprache finden gegen die Angst

Lexikon | Paul Pechmann | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Zum Abschluss der AutorInnenwochen von uniT wurde im Theater am Lend das Stück „Non Response“ von Gerhild Steinbuch zur Uraufführung gebracht. Was als „Musiktheater“ angekündigt war, präsentierte sich unter der konzentrierten Regie von Jan-Christoph Gockel als sortenreines Melodrama; die relativ aufwändig instrumentierte Komposition Florian Geßlers untermalte atmosphärisch die Deklamation der sieben abstrakt gehaltenen Figuren ähnlich geglückter Filmmusik. Die vorherrschende Stimmung war geprägt von Bedrängnis und Gereiztheit, deren Ursachen der Text zwischen sozialer Katastrophe – dem Einsturz einer „Neustadt“ auf dem vagen Terrain eines aufgelassenen Bergwerks – und individueller Beziehungs- und Sprachnot in Schwebe hält. Einen Ausweg wenigstens für Steinbuchs Figuren verheißt die Entwicklung eines persönlichen Codes („Meinsprach“), dessen Aporien das Sprachspiel der Autorin versiert nachzuvollziehen versucht.


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