„Die Visa-Behörden können tun, was sie wollen. Sie haben immer Recht. Es ist ungerecht und durch nichts zu rechtfertigen, wie wir alle behandelt werden“

Politik | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Miloš Vukoman, 22, Wirtschaftsstudent, Bosnier

Ich wollte einen guten Freund in München besuchen. Als ich alle Unterlagen zusammenhatte, bin ich von Belgrad, wo ich studiere, nach Sarajevo gefahren, um bei der deutschen Botschaft ein Visum zu beantragen. Die Beamten waren sehr unfreundlich. Sie haben sich meine Dokumente gar nicht erst angesehen und meinten nur, ich solle zur Botschaft nach Belgrad fahren, weil ich dort studiere.

Ich hatte geplant, sieben Tage zu bleiben, hätte aber ein Visum für 15 Tage beantragen und deshalb das Hotel 15 Tage im Voraus bezahlen müssen. Bei meinem Freund zu wohnen wäre anscheinend nicht Absicherung genug für meine Rückkehr gewesen. Die Kosten für die Antragstellung, für die Fahrten zwischen Belgrad und Sarajevo und die Summe auf meinem Konto, die ich vor der Reise vorweisen und mir deshalb ausborgen musste – das alles war viel zu teuer für mich. Also bin ich in Belgrad geblieben.

Dumitru Ciorici, 21, Direktor des Online-Unternehmens New Media


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