Hier gibt es keine Einreise

Politik | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Vor einem Jahr wurde die Grenze nach Ungarn geöffnet. Im Burgenland reagiert man mit Verboten und Angst vor dem Nachbarn

Reportage und Foto: Ingrid Brodnig

Kein Grenzbalken, kein Stacheldraht. Nur Wiese, asphaltierte Straße und Bäume. Vor 20 Jahren hätte sich László Nagy wohl nie erträumt, dass die Grenze zwischen seiner Heimat Ungarn und dem Nachbarn Österreich einmal so aussehen würde. Am 19. August 1989 stand der Chemiker hier am Grenzübergang. Gemeinsam mit anderen organisierte er auf der Wiese neben dem burgenländischen St. Margarethen das paneuropäische Picknick – jene Grenzfeier, für die der Eiserne Vorhang ein paar Stunden gehoben wurde. Über 600 ostdeutsche Bürger konnten über die Grenze fliehen. Die Sowjetunion begann zu bröckeln. Und László Nagy hatte einen kleinen Anteil daran. Eine Gedenktafel erinnert an diesen Tag.

Heute, zwanzig Jahre später, steht Nagy wieder hier. Er blickt Richtung Österreich. Doch diesmal ärgert er sich. „Das ist eine Schikane!“

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