Wenn der Vater vom Staat ermordet wird

Politik | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Die Geschichte zweier österreichischer Chinesinnen, deren Vater in Beijing hingerichtet wurde

Reportage: Katharina Schneider-Roos/ Beijing

Es war ein eisiger Samstagnachmittag als Chen Ran ihren Vater Wo Weihan in Beijing begrub. Chen Ran trug Schwarz, nicht die traditionelle chinesische weiße Trauerkleidung. Sie ist nämlich Österreicherin, so wie ihre Schwester Chen Di. Chen Ran legte, gemäß chinesischem Ritus, dem Toten Obst und Brot vor das Grab und rezitierte ein Gedicht.

Zu Wo Weihans Beerdigung kamen nicht nur Verwandte. EU-Vertreter und Österreichs Botschafter Martin Sajdik waren erschienen. Er und seine Frau hatten die Töchter während ihres langen Kampfes in Beijing wie Familienmitglieder aufgenommen.

Wo Weihan starb keines natürlichen Todes. Der 59-Jährige wurde am Morgen des 28. November erschossen. Es waren nicht irgendwelche Mörder, die ihn töteten, sondern Beamte der Volksrepublik. Weihan soll als Spion Artikel kopiert, Agenten getroffen und über den Gesundheitszustand


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