Mediaforschung

„Herr Demner, wieso zeigen Sie uns Skispringer beim Flirten?“

Nachfragekolumne

Medien | Wolfgang Zwander | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

So verlässlich, wie jedes Jahr Weihnachten kommt, gibt es auch jeden Winter neue Werbungen mit unseren Wintersportlern. Besonders die Skispringer sind bei den Österreichern beliebt. Kein Wunder, bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin haben sie die Goldmedaille im Mannschaftsspringen gewonnen.

Vergangenen September schloss deswegen die Volksbank mit dem Österreichischen Skiverband (O-Ton: „mit dem besten Skisprungteam der Welt“) einen Sponsor- und Testimonial-Vertrag ab und beauftragte die Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann, mit den Skispringern eine „spektakuläre Kampagne“ zu machen. Die Volksbank will inmitten der Finanzkrise zumindest symbolisch Höhenluft wittern.

Herausgekommen sind dabei jetzt „Die Superadler“. Fünf TV-Spots, die im „Soap-Format“ produziert wurden und Skigrößen wie Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer in intimen Momenten beobachten. Die flunderdünnen Burschen flirten mit jungen Frauen, tauschen mit Schauspielerinnen Telefonnummern aus, hüpfen ohne Leibchen durch die Kabine herum, sorgen sich um ihre finanzielle Zukunft oder suchen verzweifelt nach einer neuen Wohnung. Mariusz Jan Demner von Demner, Merlicek & Bergmann erklärt das Konzept so: „Wir zeigen die Skispringer nicht als Helden, sondern als Menschen, die Träume haben wie du und ich. Weil die Skispringer genau die positiven Impulse geben, um die Marke Volksbank als jung und dynamisch zu positionieren.“

Ebenfalls kräftig träumen darf in den TV-Spots das ewige Stehaufmännchen Andreas Goldberger, und zwar von seinem „großen Comeback“. Sehr jung und dynamisch schaut das allerdings nicht aus. Es erinnert eher an die traurigen Skispringerlieder von „Christoph und Lollo“.


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