Ein Mann mit Mission

Medien | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Günter Wallraff berichtet von den neuen Abgründen des Arbeitsmarkts. Eine Begegnung in Wien

Bericht: Ingrid Brodnig

Günter Wallraff könnte sich zurücklehnen und nur mehr Geschichten erzählen. Wie er sich in den 70er-Jahren als Hans Esser verkleidet in die Bild-Lokalredaktion einschlich oder wie er in den 80ern die Rolle von Ali Levent Sinirlioglu, dem türkischen Gastarbeiter, annahm. In 38 Sprachen wurde sein Buch „Ganz unten“ übersetzt, in dem er beschreibt, wie er als Ali die Drecksarbeit der Deutschen machte. Die Schweden haben ihm mit einer Wortneuschöpfung sogar ein Denkmal gesetzt: „Wallraffa“ nennen es die Skandinavier, wenn ein Journalist unter falscher Identität recherchiert.

Wallraffen, das tut der 66-Jährige noch heute. Der hagere Mann mit Oberlippenbart und Brille erzählt gerne vor Publikum, wie er sich in große Konzerne einschleicht. Seit einem Jahr publiziert der Journalist wieder in der Zeit, berichtet von den betrügerischen Geschäften im Callcenter oder


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