Nüchtern betrachtet

Am Wildsalate-Stand herrscht großes Hallo

Feuilleton | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Alle müssen jetzt immer kochen. Ständig schmurgelt in den Küchen der Dachausbauwohnungen und ruralen Zweitwohnsitze irgendwas niedrigtemperaturmäßig vor sich hin, kaum ein Bessergestelltenhaushalt, aus dem am Abend nicht das Bersten der Salzkrusten dränge, die man mit kleinen Silberhämmerchen vom Branzino schlägt. In unseren Kreisen hat man das jetzt – so wie die jüngste CD aus der Bob-Dylan-Bootleg-Serie und die Alexander-Kluge-DVD (möglicherweise auch umgekehrt).

Da muss ich jetzt schon aus Gründen kindischer Distinktionshuberei ein wenig abseits stehen und den klobigen Kochprolo raushängen lassen. Bloß dass mir keine Sau glauben würde, wollte ich behaupten, mich von Tiefkühlchickenwings und Nachos mit Salsa-Sauce zu ernähren. In Wirklichkeit kaufe ich Brot und Käse in denselben Geschäften, vor denen die Salzkrustenhämmerer Schlange stehen. Ich mach’ ja die meisten Schrullen mit.

Seit einiger Zeit etwa gibt es auf dem Markt, wo sich am Samstag die Pudelmützenmütter


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