Nichts als die Unwahrheit

Steiermark | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Mehr als ein Viertel der heuer geklärten Raubüberfälle in Graz war frei erfunden

Bericht: Donja Noormfidi

Sie sei am Bahnhof von einem Mann überfallen worden, erzählte die 17-jährige Lena T. dem jungen Polizeiinspektor Michael Scheibner am 10. September im Wachzimmer Liebenau. Weil sie mehrere Prellungen und eine Schnittwunde im Gesicht erlitten hatte, überredete sie ihr Großvater, ein Krankenhaus aufzusuchen. Die Ärzte erstatteten pflichtgemäß Anzeige, doch nun sitzt Lena T. selbst auf der Anklagebank. Der Grund: Ihre Geschichte war gelogen.

Steiermarkweit wurden heuer bereits 73 Straftaten frei erfunden, meist waren es Raubüberfälle. Alleine in Graz wurden bisher 24 fingierte Raubüberfälle aufgeklärt, im Vorjahr waren es bloß sechs. Das heißt, dass in Graz mittlerweile mehr als jeder vierte angezeigte Raubüberfall gar nie stattgefunden hat, steiermarkweit sind es immerhin 18 Prozent. Die Motive, eine Straftat zu erfinden, sind vielfältig: Den Zapfenstreich in der Kaserne


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