Steirerbrauch

Volkskunde

Steiermark | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

RÄUCHERN Die Selchkammer war ein schöner Ort. Das dunkle Holz, das sich im Winter ganz eng an den watteweichen Hang geschmiegt hat, der Nussbaum daneben. In der Nacht hast du von dort oben, hoch über dem Dorf und dem Hof, den Sternenhimmel sehen können wie nirgendwo sonst. Das Dorf so fern wie ein anderer Stern, der Hof ein neuer Mond, der Wald ganz nah. Und wenn dich die Angst gepackt hat, weil die Dachse geschrien haben oder der Vater, tief unten im Haus, hast du dich in die Kammer einsperren können. Das Licht aussperren und alle Geräusche. Und dann hast du sie atmen können, die Tiere, die du aus dem Stall gekannt hast. Dort in der Kammer haben sie noch gelebt, lange nach dem Schlachten. Ihr Geruch. Und der von Buchen. Und manchmal, ist dir vorgekommen, war da auch noch ein Hauch von deinem großen Bruder. TW


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