Heidi List

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 51/08 vom 17.12.2008

Gurkerl

Ich kann noch Last-Minute-Geschenketipps geben, z.B. „After Sex Tissues“. In der Beschreibung steht, man könne damit gut zum Abschied winken. Fad? Aber jetzt kommt’s: Man kann einen Abdruck seiner Vagina verschenken. So wie die Abdrücke, wo normalerweise allerliebste Kinderhändchen und -füßchen zu sehen sind. Wurde mir schon mehrmals via Spam angeboten. Ohne mich jetzt näher mit dem genauen Prozedere, wie es zu diesem Abdruck kommt, auseinanderzusetzen: Ich würde so was sogar verschenken, aber an wen? Wer würd sich das aufhängen zu Hause? Mich dünkt, die Verwandtschaft fällt da aus – entweder würde sie Kunst nicht so schätzen, oder die Wände sind eh schon voller Ramsch. Und ich käme ungern dahinter, falls dieses fantastische Geschenk nicht auf den jeweiligen Kaminsimsen prunken würde. Oder auf Omas Nachkastl. Oder etwa sogar irgendwo in Besenkammerln vergammelt. Oh Mann, bin ich sauer, die wissen ja nie nicht jemals zu schätzen, was von mir kommt.

Zur Strafe gibt’s heuer Krawatten für alle. Auch für Oma. Mit kleinen Penissen drauf. „Jö, ein Gurkerl!“ Habe ich erlebt, an einem Vatertag!


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