Bundeskanzler Sparefroh

Das Büro des Bösen

Werner Faymann am Arbeitsplatz: ein Mordssteher

Extra | Joe Uschner, M.Fellnay | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Der Kanzler kam um Mitternacht. Sein erster Besuch im Büro stand im Zeichen des Stehens.

Wien. Gut gelaunt, ganz in Schwarz, weißem Hemd und mit IKEA-Krawatte erschien Werner Faymann, begleitet von engsten Mitarbeitern und einem Team von BÖSTERREICH. Beim zuständigen Sektionschef wollte er zwei Dinge wissen. Erstens, was ist hier alles Kunst? Zweitens, was kostet sie?

Viel zu teuer, befand er mit einem Lächeln: Die Oma draußen kann sich das auch nicht leisten! Die Bilder müssen weg. Was ist das hier? Ein Readymade? Nein, Gusis Frotteebademantel. Weg damit. Jugendstilschreibtische, Barocksekretäre, Biedermeiderkästen, Zigarrenkisten: raus! In der Krise brauchen wir das nicht. Energieberater weg, Energielampen her. Überhaupt: Schreibtisch, muss der sein? „Wir Koalitionspartner haben ausdrücklich vereinbart, nicht herumzusitzen“, soFaymann zu BÖSTERREICH. „Ich habe eine Kommission zur Findung von Billigmöbeln eingesetzt“, ergänzt der gutgelaunte Kanzler. „Wir werden auch in Zukunft nicht locker lassen. Auch Staatsbesuche müssen bei uns stehen.“

Ausnahmen gibts nur für gebrechliche Herausgeber. Um halb zwei in der Früh appellierte Faymann an die Beamten, ebenfalls stehend zu arbeiten. Er erhielt stehenden Applaus.


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