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Wie zeigt man Absenz? "leer" im Tanzquartier

Lexikon | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Für die Programmierung der Reihe "leer", der fünften Programm-"Insel" dieser Tanzquartiersaison, ist neben Tanzquartier-Dramaturgin Martina Hochmuth auch Georg Schöllhammer von der Kunstzeitschrift Springerin verantwortlich. Es handelt sich also um eine interdisziplinäre Serie, die auch von anderen Institutionen mitgetragen wird: Die Performances im Tanzquartier werden von einer Videoschau in der Akademie der bildenden Künste ("Blind Spots") und einer Filmschau im Stadtkino flankiert.

Der Titel steht für die Begriffe Leere und Absenz, die sich leitmotivisch durch das Programm ziehen. "Erinnerung und Wieder-Inbesitznahme, Aufhellung und (Re-)Inszenierung von konkreter Geschichte bilden vielfältige Bezugsgeflechte", heißt es dazu etwas sperrig, aber man sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Die Aufführungen selbst sprechen vermutlich eine deutlichere Sprache.

Die argentinische Autorin/Regisseurin Lola Arias und der Schweizer Dokumentartheatermacher Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) etwa porträtieren in ihrer Performance "Airportkids" (9. und 10.1.) reiche und arme Kinder aus Lausanne, die eines gemeinsam haben: keine Heimat. Der libanesische Autor/Performer Rabih Mroué geht in der Lecture-Performance "The Inhabitants of Images" (15.1.) drei Bildern nach, die für drei mysteriöse Geschichten aus Beirut stehen. Und die englische Gruppe Forced Entertainment präsentiert mit "Void Story" (17.1.) die Work-in-Progress-Fassung einer neuen Performance, die davon leben soll, dass sie da ist, obwohl sie eigentlich gar nicht stattfindet. WK

Tanzquartier, Akademie der bildenden Künste und Stadtkino, 8. bis 17.1.


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