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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Lyrik

Rudolf Jurolek: Das Leben ist möglich. Wieser, 43 S., € 9,90

"Ich erleuchte mich / durch Unermessliches" - Giuseppe Ungaretti war der lakonischste unter den Dichtern der Moderne. Der slowakische Lyriker Rudolf Jurolek, Träger des dieses Jahr zum zweiten Mal vergebenen Preises für südost- und osteuropäische Literatur "Bank Austria Literaris", steht in dieser Tradition dichterischer Epiphanie. "Es sind noch spürbare Reste des Paradieses in mir", deklariert er unumwunden und ohne alle Angst.

Skeptisch, ironisch, mitunter voller Sarkasmus umkreisen die kaum zwei Dutzend Gedichte klassische Topoi wie Pflanze, Tier, Landschaft, den Himmel oder die "Süße der Kindheit". Mit dem Haiku hat das - bei aller Schlichtheit - nichts zu tun, die Lektüre im sonntäglichen Gartenidyll wendet sich gleichermaßen dezent wie dezidiert ins Prometheische: "So, und jetzt sagt:, Worum geht es Gott?'" Meist aber wird Metaphysik in kleinen Dosen verabreicht: "Gott, so ein Tag, / und am Leben sein."

Driftet


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