Ohren auf!

Sammelkritik

Carsten Fastner | Lexikon | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Viel Schreckliches hat der Versuch hervorgebracht, im Crossover-Verfahren der Klassik das Massenpublikum des Pop und dem Pop den Tiefgang der Klassik zu bescheren. Doch es gibt Ausnahmen.

Als sich der Popsänger Sting 2006 die vier Jahrhunderte alten Songs von John Dowland (1563-1626) anverwandelte - in einer geglückten Kreuzung historischer Aufführungspraxis und seines eigenen Idioms -, da verhalf er dem englischen Renaissancekomponisten zu einer würdigen Renaissance, deren Breitenwirkung den anfänglichen Spott pikierter Fachkreise rasch verstummen ließ.

Seitdem ist eine Flut neuer Einspielungen dieses in seiner Melancholie zeitlosen Repertoires erschienen, von Interpreten, die sich mit Dowland lange vor Sting befasst haben. Und siehe da, die besten darunter sind jene, die den anregenden Einfluss des Popbarden nicht verleugnen.

Die deutsche Gambistin Hille Perl bedankt sich im Begleittext ihres Albums "In Darkness Let Me Dwell" (Deutsche Harmonia Mundi) sogar explizit dafür. Mit Dorothee

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