Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

W eihnachten steht vor der Tür - alle sind geschlaucht, muffig oder krank. Also fast alle. Manche jedenfalls. Ich halt. Ständig langen Weihnachtsgrußbotschaften ein. Ich weiß, dass ich für die meisten von jenen, die sich jetzt für die gute Zusammenarbeit bedanken, wenig bis gar nichts getan habe. Ich versinke in einer Beschämungsdepression und zwischen Büchern. Die stehen auf der Fensterbank und verhindern das Eindringen von Tageslicht. Will ich das Fenster kippen, um ein bisschen Frischluft reinzulassen, purzelt alles runter. Das höhlt mich aus!

Wurmdobler hingegen ist gut drauf. Immer. Redaktionsintern wird er auch "der Buddha aus der Vorstadt" genannt. Die Weihnachtsfeier verlässt er immer gegen 22.15 Uhr. Er braucht seinen Schlaf. 14 Stunden oder so. Die Jungen hingegen brauchen ihn nicht, das hat Hermann Maier auch gesagt. Die müssen Gas geben. Sagt Maier. Auf den hört in der Redaktion aber niemand. Schon gar nicht hören die Jungen auf Hermann Maier. Nach Mitternacht ist kaum noch jemand unter 35 auf der Weihnachtsfeier. Die anderen haben Spaß. Vielleicht ist es aber nicht der richtige Spaß. Ingrid Brodnig deutet so was an - murmelt irgendwas Despektierliches über alte Menschen, die zu 80er-Jahre-Musik tanzen. Die Politik muss am nächsten Morgen früh raus, weil: "Recherche." Pfffrt. Die Wahrheit ist, dass die Politik nicht tanzen kann. Können die nicht. Liebes Christkind, schenk der Politik einen Hintern zum Tanzen!


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