Seinesgleichen geschieht

Besinnliches zur Mediendebatte und eine Zwischenbilanz des neuen Falter

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Die Printmedien sind in der Krise; und nicht nur sie. Als ich hier behauptete, ich würde das Internet als Medium nicht ernst nehmen, trat ich bewusst eine Debatte los (sie wird im Jänner fortgesetzt). Es freut mich, dass die bisher eingetroffenen Beiträge (Seite 4) mir insofern nicht Recht geben, als ihnen jedes Ressentiment fehlt. Die meisten stimmen mit mir überein, dass Anonymität im Netz von Übel ist. Die Chefin eines großen Internetmediums erzählte, ein Großteil der redaktionellen Energie ginge darin auf, "die Postings zu moderieren", wie der Euphemismus lautet. In Wirklichkeit zensuriert man sie, weil unter dem Schutz der Anonymität die Leute ihr wahres Gesicht zeigen.

Sollen Medien nicht Leute ihr wahres Gesicht zeigen lassen? In Kenntnis der menschlichen Natur muss man antworten: Medien sind dazu da, dieses wahre Gesicht hinter einer zivilisierten Maske zu verstecken, vielleicht sogar: diesem wahren Gesicht eine zivile Maske überzuziehen. Die Krise der Medien hat mit dem


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