"Ich bin in dieser Zeit oftmals nicht gestorben"

Politik | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Ein neu wiederaufgelegter Augenzeugenbericht dokumentiert minutiös den Alltag im Konzentrationslager

Rezension: Peter Menasse

Die Stärkeren" nannte Hermann Langbein programmatisch seinen "Bericht aus Auschwitz und anderen Konzentrationslagern", den er bereits Ende 1947, keine drei Jahre nach seiner Flucht aus dem KZ Neuengamme, geschrieben hatte, und der jetzt vom Wiener Ephelant-Verlag neu aufgelegt wurde. Kaum einer hätte sich nach den Jahren im Konzentrationslager, nach der Hölle von Auschwitz als "stark" bezeichnet. Die meisten, die davongekommen waren, litten viele Jahre, meist ihr ganzes weiteres Leben lang an den seelischen und körperlichen Verwundungen, die ihnen das Terrorsystem des Nationalsozialismus zugefügt hatte. Und sie konnten unmittelbar nach der Befreiung auch nicht darüber berichten. Sie brauchten alle Kraft, um ein neues Leben aufzubauen, ohne ihre Eltern, Partner, Kinder und Freunde, die umgekommen waren.

Langbein aber war Spanienkämpfer gewesen und hatte sich


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