Der Kampf der Roten Armee Fraktion gegen den deutschen Staat

Medien | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin - Namen, die wie keine anderen für den Terror stehen, der Deutschland vor allem in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts im Griff hatte. 34 Morde, zahlreiche Banküberfälle, Bombenanschläge und eine Flugzeugentführung gehen auf das Konto der Roten Armee Fraktion, auch Baader-Meinhof-Gruppe genannt.

Ihr Terror richtet sich gegen Vietnamkrieg, Kapital, bürgerliches Leben und den nicht aufgearbeiteten Nationalsozialismus. Insgesamt drei Generationen, rund 60 Terroristen führen eine damals noch junge Republik an den Rand einer Staatskrise. Die Bilder des Terrors fanden Eingang in das kollektive Gedächtnis der Deutschen: der Radical Chic einer Gudrun Ensslin und eines Andreas Baader, mit Sonnenbrille und Zigarre im Gerichtssaal. Vor allem aber sind es Bilder wie jenes von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer, der von der RAF als Geisel genommen und ermordet wurde.

Der Höhepunkt des Terrors ist in den Monaten September und Oktober des Jahres 1977 erreicht - der Deutsche Herbst. Ziel ist, die RAF-Mitglieder der sogenannten Ersten Generation freizupressen. Meinhof beging bereits 1976 in ihrer Zelle Selbstmord.

Als am 18. Oktober 1977 die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut in Mogadischu gewaltsam beendet wird, tun es ihr Baader, Ensslin und Raspe in Stammheim gleich. Der Journalist Stefan Aust schließt bis heute nicht aus, dass die Zelleninsassen in der Todesnacht belauscht wurden, ihr Selbstmord verhindert hätte werden können. Zu dieser Zeit tauchen erstmals prominente Namen wie Gerhard Schröder oder Otto Schily auf. Der spätere Bundeskanzler und Innenminister, beide SPD, waren Anwälte von RAF-Terroristen. Schröder vertrat Horst Mahler, Schily Gudrun Ensslin. Der Stoff wurde mehrmals verfilmt. Zuletzt unter der Regie von Uli Edel und Bernd Eichinger nach einer Buchvorlage von Stefan Aust.


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