Nicht wissen, wie viel Uhr es ist: Als München leuchtete

Feuilleton | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Text: Sebastian Fasthuber

Nächstes Jahr feiern die Bundesrepublik Deutschland und die Münchner Diskothek P1 60. Geburtstag. In ihren besten Zeiten war Letztere das bayerische Pendant zum New Yorker Studio 54, wo Reiche, Schöne und der Rest der Bussibussi-Gesellschaft allnächtlich den Exzess zelebrierten.

In den 70ern und frühen 80ern galt das barocke München überhaupt als die Partyhochburg Europas. Hier tanzte Freddie Mercury schon mal mit nacktem Hintern an, hielt Discoproduzent Giorgio Moroder Hof, trank Keith Richards ausnahmsweise Champagner und fanden ab und an auch Straßenkehrer und Punks als exotischer Aufputz Einlass in Nobelschuppen. Wie Thomas Mann es schon 1902 zu Papier gebracht hatte: "München leuchtete."

Das P1 ist heute ein Überlebender. Inzwischen haben andere Clubs wie das Why Not, das Tiffany und das Café Grössenwahn, aber auch später eröffnete Technotempel wie das Ultraschall längst dicht gemacht und sind ein Fall für die Geschichtsschreibung.

Der Partyveranstalter

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