Ein Kochbuch im Zeichen der Sepplhose

Feuilleton | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Bei der Lektüre der heimattümelnden Rezeptsammlung "Der Geschmack der Heimat" zieht es einem die Goiserer aus

Kritik: Walter Schübler

Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen" - und bei diesem Buch ist es, in Abwandlung des Adorno-Diktums, eine Chuzpe, dass es einen Copyright-Vermerk hat. Zum einen zeugt von Unverfrorenheit, dass ein Urheberrecht auf etwas beansprucht wird, was einem nicht gehört; zum anderen von Schamfreiheit, dass man sich zu einem solchen Machwerk bekennt.

Lässt einen der Superlativ im Untertitel, "Die traditionellsten Familienrezepte Österreichs", schon stutzen, so erst recht die Titeltypografie: Auf dem Umschlag produziert sich "Der Geschmack der Heimat" in einem gefaketen Kurrent, auf dem Schmutztitel in Fraktur. Dazu kommt ein Papier, das künstlich auf alt getrimmt ist und mit fingierten Gebrauchsspuren die Anmutung einer seit Generationen in Familienbesitz befindlichen Rezeptsammlung herstellen will. Und überdies ein typografisches


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