Teekränzchen in der Höhle

Feuilleton | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Die Generali Foundation entdeckt das Werk der US-Künstlerin Ree Morton

Rezension: Nicole Scheyerer

Kryptisch", "mysteriös", "hermetisch": Bei den Ausstellungskritiken, die Ree Morton (1936-1977) zu Lebzeiten erntete, herrschte ratlose Sympathie vor. Die professionellen Interpreten schlichen um die Installationen der Künstlerin wie Katzen um den heißen Brei und wollten sich mit keiner Deutung die Zunge verbrennen.

Es mag auch an dieser zögerlichen Rezeption gelegen haben, dass bis heute in Europa keine Ausstellung der 41-jährig bei einem Autounfall verstorbenen Amerikanerin zu sehen war. Die Generali Foundation füllt diese Lücke nun. Das "Enigma" Ree Morton gibt aber auch Jahrzehnte nach ihrem Tod noch genug Rätseln auf.

Die Generali Foundation hat sich unter der Leitung von Sabine Breitwieser seit den frühen 90er-Jahren einen Namen für aufwendig recherchierte monografische Ausstellungen wenig bekannter Konzeptkünstler gemacht, darunter Adrian Piper, Gustav Metzger oder Anna Oppermann.

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