Zigaretten und Benzos

Stadtleben | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Unter Menschen, die nie zu leben gelernt haben. Zwei Tage im Caritas-Obdachlosenheim für Jugendliche

Reportage: Joseph Gepp

Es ist 13 Uhr, "Dienstübergabe" nennen die Sozialarbeiter die Sitzung, die soeben beginnt. Es geht um den Einkauf von Putzmitteln, und es geht darum, wer gerade warum wieder einmal abgestürzt ist.

Geschirrspülmittel müsse nachbestellt werden, sagt Tanja Guhry, die Sitzungsleiterin. Und Ofenbleche fehlen auch schon wieder, "die verschwinden immer so schnell". Sie sitzt in einem hellen ordentlichen Büro, eine Postkarte aus Mexiko an der Korkwand, Früchtetee und Karamellkekse auf dem Fensterbrett. Sieben andere Sozialarbeiter haben sich an ihrem großen Schreibtisch um sie versammelt. Guhry liest die Tagesordnungspunkte vor, ein anderer Mitarbeiter protokolliert am Computer.

Schnell besprechen sie die administrativen Dinge, Lebensmittelkäufe, Putzdiensteinteilungen, nächstes Jahr Balkonentrümpeln. Dann kommen sie zu den Heimbewohnern. Guhry listet Person für Person


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