Wie ein besoffener Kuckuck

Stadtleben | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Hochstapler, Halsabschneider, Herzensbrecher: Rudi Palla sammelt Lebensläufe von Narren

Porträt: Wolfgang Paterno

Es sind Geschichten, die vom Wahnwitz des Alltags erzählen: Ein berufsmäßiger Gauner verkauft an Gutgläubige zweimal den Pariser Eiffelturm; ein Landbriefträger baut sich in jahrzehntelanger Arbeit eine Traumwelt aus Beton; eine vermögende Frau, die furchterregend schlecht singt, mietet sich die ausverkaufte New Yorker Carnegie Hall für einen Arienabend. "Sie klingt wie ein besoffener Kuckuck", merkt ein Zuschauer an. Ein Naturschwärmer hinterlässt zur Zeit der Monarchie landesweit auf öffentlichen Gebäuden und Brückenpfeilern seinen Namenszug, "Kyselak".

Der Philosoph Paul Virilio, so lautet eine weitere Episode aus Rudi Pallas jüngster Publikation "Kurze Lebensläufe der Narren", einer Sammlung absonderlicher Lebens- und Wirkungsgeschichten, widmete eines seiner Bücher einer Frau namens Sarah Krasnoff, dem wohl berühmtesten Jetlagopfer der Welt. Auf der Flucht

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