Was fährt denn da?

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Klein sein, beinander bleib'n

Prüfbericht: Florian Klenk

Kürzlich mailte ein Freund Fotos. Er ist Radiologe, hat diese Röntgengeräte, die 3-D-Aufnahmen machen. Die Bilder zeigten ein Skelett, dessen Arme und Beine wie trockenes Holz gebrochen waren. "Kein Spaß", schrieb mein Freund, "25-jährige Patientin nach Verkehrsunfall. Sie im Twingo, Passatfahrer unverletzt. Sie hat überlebt, wird wieder gesund. Kauf Dir endlich ein neues Auto!"

Ich fahre Twingo, wie das Skelett. Mein Vater hatte mir den Wagen 1995 gekauft, da regierte noch Vranitzky. Der Wagen hat weder ABS noch Airbag, dafür Dellen, ozeanblaue Plastiksitze und Radkappen aus Kunststoff. Mein Auto ist nicht nur das unsicherste Gefährt der Stadt. Es ist auch das hässlichste: Mein Twingo ist gelb.

Wir kommen zum emotionalen Teil: Ich bin kein Sicherheitsfanatiker. Und der Twingo hat mich ein Drittel meines Lebens begleitet - und verkörpert für mich alles, was ein Kleinwagen haben muß: klein wie ein Moped-Auto, aber Beinfreiheit


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