Besuch am Burggraben der Festung Europa

Steiermark | aus FALTER 52/08 vom 23.12.2008

Friede an der Sutla: ein Jahr nach der Schengenerweiterung

Reportage: Norbert Mappes-Niediek

Besonders beeindruckend sieht der Burggraben um die Festung Europa nicht aus. Hier bei Rogatec an der slowenisch-kroatischen Grenze ist die Sutla gerade mal einen Meter breit und wäre auch für die kleine und etwas rundliche Marija Turner leicht zu überspringen. Alles, was sie vom Fenster ihrer kleinen Kneipe sieht, gehört schon zu Rogatec, dem slowenischen Grenzort, und gleich vor der Tür des "Buffet M" in Hum erhebt sich ein voluminöser Grenzposten mit aufgemalter slowenischer Flagge.

Marija ist "drüben" geboren; der Vater ist Kroate, die Mutter Slowenin. Aber über die Sutla zu hüpfen würde ihr im Leben nicht einfallen. Zu nationalen Abgrenzungen pflegt sie ein pragmatisches Verhältnis. "Die Grenze", findet die muntere Wirtin, "hat auch Vorteile: zum Beispiel die Preisunterschiede". Drüben kann man tanken, Kühlschränke und gebrauchte Autos kaufen. Die Mehrwertsteuer kriegt man zurück.


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