Sie leben und putzen in Wien. Jetzt singen sie auch!

Feuilleton | aus FALTER 03/09 vom 14.01.2009

Der Choreograf Cezary Tomaszewski inszeniert die Lehár-Operette "Die lustige Witwe" - mit vier polnischen Putzfrauen

Reportage: Wolfgang Kralicek

Ein alter Kinosaal im neunten Bezirk. Der seit einigen Jahren in Wien lebende polnische Choreograf Cezary Tomaszewski, 32, probt hier seine neue Performance. Für den "Operettenwinter" bei brut Wien studiert er "Die lustige Witwe" ein (Premiere: 21. Jänner).

Ungewöhnlich an dem Projekt ist aber nicht nur das Genre - eine Lehár-Operette hat das Künstlerhaustheater sein Lebtag noch nicht gesehen -, sondern vor allem auch die Besetzung: Die vier Frauen, die sämtliche Rollen singen und spielen, stammen aus Polen und arbeiten als Putzfrauen. Damit sie ihre Jobs nicht verlieren, wird nur nachmittags geprobt.

"Als ich nach Wien kam und mich jemandem vorstellte, hieß es immer:, Sie kommen aus Polen? Ich habe eine polnische Putzfrau!'", erklärt Tomaszewski. "Ich hatte das Gefühl, es muss 20.000 polnische Putzfrauen in Wien geben - und niemand hat


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