Das Goldene Zeitalter des Zooms

Feuilleton | aus FALTER 03/09 vom 14.01.2009

Das Filmmuseum erinnert an Pasolini und das italienische Kino der 60er-Jahre

Überblick: Gerhard Midding

Als Francesco Rosi 1963 in Venedig den Goldenen Löwen für "Le Mani sulla città" ("Hände über der Stadt") entgegennahm, pfiff ihn die eine Hälfte des Saales aus, während die andere applaudierte. Er hielt den Preis hoch und sagte: "Das ist der Beweis, dass Italien eine Demokratie ist, wir können diskutieren." Danach applaudierte auch die andere Hälfte.

Die Mitglieder des Stadtrats, die in seinem Film über dubiose Bauvorhaben entscheiden und Allianzen über die Köpfe ihrer Wähler hinweg schmieden, hatte Rosi mit realen Politikern besetzt. Wenn er am Ende eines Takes "Schnitt!" rief, setzten sie ihre Streitereien unverdrossen fort. Auch das italienische Kino der 60er-Jahre war reiz- und streitbar, verschrieb sich einer entschiedenen Zeitgenossenschaft und blieb auch im Gewand des Historienfilms auf der Höhe aktueller Debatten.

Das Filmmuseum hat gut daran getan, Pier Paolo Pasolini


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