Das Theater ist um eine Herausforderung ärmer

Feuilleton | aus FALTER 03/09 vom 14.01.2009

Er sprach mit Tieren und komponierte mit Worten: Gert Jonke war ein denkbar undramatischer Dramatiker

Nachruf: Wolfgang Kralicek

Gert Jonkes Lieblingssujets waren Fauna und Musik. Er schrieb zum Beispiel eine "Theatersonate" und ein "Konzert für Dirigent auf der Suche nach dem Orchester", ein "Insektarium" und eine Neufassung der griechischen Komödie "Die Vögel". Jonke bewegte sich eben gern in Bereichen, die ihre eigenen Sprachen sprechen.

Wer mit einem Tier kommunizieren oder Musik begreifen will, kommt mit Worten normalerweise nicht weit. Aber der 1946 in Klagenfurt geborene Dichter war ja auch nicht "normal". Nicht, dass er selbst verrückt gewesen wäre. Aber seine Bücher und Dramen sind voller Narren, und Jonke liebte sie sehr.

Wie die beiden anderen berühmten österreichischen Schriftsteller seiner Generation - die fast gleichaltrige Elfriede Jelinek und der ein paar Jahre ältere Peter Handke - hat auch Jonkes Literatur ihre Wurzeln in der sprachkritischen Avantgarde; "Geometrischer


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