Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 03/09 vom 14.01.2009

2009: Bahnsteige werden taubenfreundlich

Wer seine karge Freizeit mit Warten auf den nächsten Zug verbringt und das auch noch in einem der neuen ÖBB-Bahnhöfe macht, hat gute Chancen, von einer Taube angekackt zu werden. Und dann wundern sich wieder alle und sagen: "Das bringt Glück". Von wegen!

Die Bahnsteige, zum Beispiel die in Wien-Meidling, sind noch gar nicht ganz fertig, so neu sind die. Haben die Planer da nicht dran gedacht, dass Bahnsteige nicht nur Reisende benutzen, sondern auch Tauben? Letztere können da unterm nigelnagelneuen Bahnsteigdach ganz wunderbar herumhängen - und heruntermachen. Vielleicht sind die Architekten aber auch typische Taubenfütterermentalitäten, die die Nisthöhlen für die lieben Vogerln gleich mitdenken, put put put. Oder - andere Theorie - sie stecken mit den Leuten von der Taubenabwehr unter einer Decke. Spätestens in ein paar Monaten, wenn der Bahnsteig komplett verschissen ist, rücken die ganz bestimmt an, um das schicke, slicke Design mit schnödem Stachelband und Spanndraht urban zu behübschen. Wetten, dass?


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