Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Michael Fleischhacker ist beleidigt. Letzte Woche hatte ich den Chefredakteur der Presse dieses Satzes wegen kritisiert: "Erst seit die österreichischen Linken mit aller Macht aus Jörg Haider und allen, die ihn aus den unterschiedlichsten Motiven gewählt haben, Nazisympathisanten gemacht haben, kann jemand wie Martin Graf politisch Karriere machen" (Presse, 9.1.09). Ich sagte, das sei "dumpfes, sich selbst wiederkäuendes Zeug, einer von zahllosen ermüdenden Provokationsversuchen, der höchstens dadurch interessant wird, dass Leute wie Fleischhacker tatsächlich am Drücker sind, während sie noch immer wehleidig so tun, als hätten andere die kulturelle Hegemonie. Schuld am Rechtsextremismus sind also die Grünen und die Gutmenschen! Das ist die Spitze spießbürgerlichen Denkens."

Am gleichen Tag diskutierte ich mit ihm im Volkstheater über das Thema "Wie rechts ist Österreich" und widersprach ihm freundlich, aber scharf. Meinen Kommentar las er erst nach der Diskussion. In seinem Blog ärgert er sich darüber fürchterlich. Soll er auch. Was er nicht soll: meine sachlichen Argumente mit persönlichen Untergriffen quittieren. Wenn er mich einen Marxisten nennt, müsste er mir den Marxismus schon nachweisen. Nicht notwendig, lese ich in seinem Blog: Mein "Marxismus" und die Gesinnung schlagender Burschenschafter würden "sich in der Mechanik ihres Denkens nicht wirklich unterscheiden" - beide seien Kitsch. Fleischhacker, ein grober Kerl der feinen Unterschiede!

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