Wege zum "Ruhm" - Holzwege der Kritik

Falter & Meinung | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Der Rummel um Daniel Kehlmanns "Ruhm" ist eine Ausnahmeerscheinung - und steht doch für typische Tendenzen

Kommentar: Klaus Nüchtern

Vergangenen Freitag, den 16. Jänner, gelangte "Ruhm" in den Buchhandel. Am selben Tag erschienen ausführliche Besprechungen in der Frankfurter Rundschau, der taz und der Süddeutschen Zeitung; tags darauf folgten die Frankfurter Allgemeine, die Neue Zürcher und die Welt.

Die Rezensionen waren großteils positiv, zum Teil sogar euphorisch, und führten in der Hitze des Gefechtes zu ähnlichen Ergebnissen: "Wenn das Handy zweimal klingelte", war die Besprechung in der FAZ überschrieben, nachdem die Zeit tags davor bereits deutlich mehr geboten hatte: "Wenn das Handy neunmal klingelt." Offenbar wird in Frankfurt schneller abgehoben als in Hamburg, denn abgeschrieben hat hier sicher niemand.

Jeder Rezensent (und erst recht jeder Musikkritiker!) weiß, wie flott einem die Adjektiva und Epitheta von der Hand gehen, hat man sich erst einmal in Euphorie oder Rage


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