Rote Wachsklumpen fetzen durchs Museum

Feuilleton | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Der Starkünstler Anish Kapoor beehrt Wien, schöpft im Mak eine Fettecke und lässt es dabei ordentlich krachen

Reportage: Nicole Scheyerer

Es ist ein klebriges Geschäft: Durch die gesamte untere Ausstellungshalle des Mak ziehen sich Spuren einer schmierigen roten Substanz.Der aus Indien stammende Künstler Anish Kapoor bedient sich dieses Materials für seine Großskulpturen.

Spätestens seit dem gigantischen Trichter "Marsyas" in der Londoner Tate Modern 2002 gilt Kapoor als internationaler Star, für dessen Projektideen kein Aufwand gescheut wird. Die rote Masse hat der Künstler selbst entwickelt: Wachs, Vaseline und blutrotes Farbpigment werden zu einer pappigen Masse vermischt, um damit monumentale Kugeln oder Kuben zu überziehen.

Bei "Shooting in the Corner" kommen sage und schreibe 35 Tonnen dieser teuflischen Masse zum Einsatz. "Die größte Herausforderung war, das Wachs überhaupt aus den Fässern zu kriegen", sagt Kuratorin Bettina Busse, die die aktuelle Schau seit drei Jahren


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