Widerstand auf Schallplatte

Feuilleton | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

In "Operation Walküre" kommt Graf Stauffenberg wie X-Men daher - gut so

Rezension: Joachim Schätz

Die rettende Idee kommt Graf Stauffenberg daheim im Luftschutzraum: Eine Detonation lässt eine Plattenspielernadel aus der Bahn rutschen, kurz darauf springt sie wieder zurück, und die aufgelegte Platte läuft weiter.

Zu donnernden Wagner-Klängen fährt die Kamera auf die rotierende Schallplatte zu, bis das Label wie ein Superheldenlogo im Bildzentrum prangt. Aufschrift: "Die Walküre". In der nächsten Szene wird der Wehrmachtsoffizier im Widerstand bereits wissen, wie sich ein Staatsstreich gegen Hitler einfädeln lässt: durch Aneignung eines bereits bestehenden Notfallplans namens "Walküre".

Diese Sequenz aus Bryan Singers "Valkyrie", dem ersten US-Kinofilm über das gescheiterte Offiziersattentat auf Hitler im Juli 1944, ist zunächst so plakativ zu verstehen, wie sie tut: eine Erweckung zum Superhelden per Geistesblitz. Aber wie so vieles in "Valkyrie" (zu Deutsch: "Operation Walküre


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