Der konservative Rebell und sein neuer Fall: "Der fremde Sohn" von Altmeister Clint Eastwood

Feuilleton | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Filmkritik: Michael Pekler

Wenn jemand gegen das System ist, dann bin ich es. Aber solange man kein besseres findet, werde ich es verteidigen." Was Clint Eastwood, von Falter-Kollegen Gerhard Midding in dessen Buch treffend als "konservativer Rebell" bezeichnet, vor mehr als 30 Jahren an der Figur des Harry Callahan festmachte, ist aus heutiger Sicht nur ein Beginn. Eastwoods Verteidigung von moralischen Werten, die die amerikanische Gesellschaft zugleich tragen und bedrohen, ist längst zum unverkennbaren Markenzeichen vor allem seines Spätwerks als Regisseur geworden.

Eastwoods Filme sind längst weniger von Machismo oder Gewalt als von der Auseinandersetzung zwischen Individuum und Gesellschaft geprägt. Und wenn der knapp 78-Jährige dieser Tage wiederholt als letzter Filmemacher des klassischen Hollywood apostrophiert wird, ist das nicht ausschließlich eine Frage des Alters, sondern - etwa im Gegensatz zum noch älteren Sidney Lumet - vor allem eine des Zugangs: Das Verhältnis zwischen


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