Die kapitalisierte Liebe: Wie die Ökonomie Emotionen durchdringt

Stadtleben | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Mit ihrem Buch "Der Konsum der Romantik" - 2003 im Campus-Verlag erschienen - katapultierte sich Eva Illouz in die erste Reihe der globalen Soziologenzunft. Als "Meilenstein" (Neue Zürcher Zeitung) wurde die Studie gefeiert, das Attribut "brillant" verlieh ihr die Frankfurter Rundschau. Von einem "theoriepolitischen Ereignis" war die Rede. Darin analysiert die Professorin der Hebrew University Jerusalem, heute 47, wie Waren unser Liebesleben beeinflussen und kommerzielle Produkte unsere schiere "Idee" der Liebe prägen. "Die moderne romantische Liebe ist alles andere als ein vor dem Marktplatz sicherer, Hafen', sondern vielmehr eine Praxis, die aufs Engste mit der politischen Ökonomie des Spätkapitalismus verbunden ist." Das war eine schwere Herausforderung für weithin gehegte Alltagsvorstellungen, gehen doch die meisten Menschen davon aus, dass die Liebe das exakte Gegenteil von Ökonomie ist. Herrscht hier Profitstreben und Berechnung, steht da Altruismus und Zuneigung im Vordergrund.


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