Kritiken

Neue Theater-Soap: "Freud und die Folgen"

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Nach der sehr erfolgreichen "Strudlhofstiege" im Vorjahr ist in der Schneiderei des Schauspielhauses eine neue Theater-Soap angelaufen, und auch die neue Serie ist einem berühmten Nachbarn gewidmet: Sigmund Freud, der ja gleich ums Eck in der Berggasse ordinierte. "Jenseits des Lustprinzips: Freud und die Folgen" funktioniert nach demselben Prinzip wie die Doderer-Serie: jede Woche eine neue Folge, jede Folge ein neuer Regisseur. Der Unterschied ist, dass es diesmal keine literarische Vorlage gibt; der Text wird aus biografischen und theoretischen Schriften gebastelt. Höhepunkt der von Daniela Kranz inszenierten ersten Folge ("Kokain") war eine exzessive Koksorgie; ob die Serie so einfahren wird wie die "Strudlhofstiege", ist dennoch fraglich: Während die Versoapung des Jahrhundertromans per se hochkomisch war, muss der Witz diesmal aufwendiger hergestellt werden. Das kann sich in den ausständigen neun Folgen (zu Themen wie "Sex", "Tabu" oder "Penis") aber noch ändern.

Schauspielhaus-Schneiderei, Fr, Sa 21.00 (Folge 2), Do 21.00 (Premiere Folge 3)


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