Kritik

Brüchige Männeridylle: Baryllis "Butterbrot"

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Gabriel Barylli inszeniert "Butterbrot", seinen 80er-Jahre-Abgesang an die Liebe zwischen Mann und Frau, in den Kammerspielen selbst. Stefan, Martin und Peter verkörpern Männertypen in unterschiedlichen Liebesstadien. Stefan (Michael Dangl), der feinsinnige Schauspieler, verfolgt auf seinem Prinzentrip die heikle Mission, seine Männerfreunde zu einem alltagsfernen, ewigen Verliebtsein zu bekehren und versucht nebenbei seine Zweifel am Schauspielerberuf abzuarbeiten. Architekt Martin (Alfons Haider) hat sich in eine Frau und ihren Lederrock verliebt, und der ehestreitgeplagte Schuhverkäufer Peter (Martin Zauner) lässt sich anlässlich seines Geburtstages als freier Mann feiern. Die drei bilden eine Zweckgemeinschaft, deren Hauptgesprächsthema Beziehungen sind. Die daraufhin ausgeschütteten testosterongeschwängerten Platituden über Frauen - oh ja, Peter ist verletzt, weil sich seine betrogene Frau auch einmal einen Liebhaber gegönnt hat -, haben mit den Jahren einen zusätzlichen Gruselfaktor bekommen. Dabei liefert das Bühnenbild von Ulrich Schulz, Wohnzimmer und Weltlandschaftspanorama zugleich, Fehlstellen in dieser brüchigen Männeridylle gleich mit.

Kammerspiele, Di, Do 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige